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Silber in der Mannschaft - DM Block in Cottbus

"Deutsche Schülermeisterschaften in Cottbus, Chaos mit erfolgreichem Ende"

Nach 6 Stunden Anreise in Cottbus angekommen, gab es auch am Abend beim Abholen der Unterlagen immer noch keinen Zeitplan. Auf die Nachfrage bei den Organisatoren warum kam nur die lapidare Aussage zurück, dass machen Morgen alles die Riegenführer und außerdem wissen wir ja noch gar nicht wie das Wetter wird (Originalzitat)..... Das Chaos warf seine Schatten voraus!

Michelle war als Erste dran. Um 9:00 Uhr sollte ihr Wettkampf beginnen. Die Vorbereitung auf den Hürdenlauf als erste Disziplin sah wirklich gut aus und man konnte mit einer sehr guten Zeit rechnen. Leider war es nichts mit 9:00 Uhr. Um 9:20 fiel dann der Startschuß für den ersten von 6 Läufen, gestartet wurde auf 9 Bahnen. Michelle war mit den Bestgemeldeten im 6ten Lauf.

Normalerweise starten die Schnellsten im ersten Lauf - aber wir waren ja in Cottbus!. Bis dann letztendlich der Startschuß fiel war es gut 9:30. Die lange Wartezeit und die Aufregung vor den ersten deutschen Meisterschaften.... nun die erste Hürde nicht gut erwischt, mit 12.98 sec den Lauf beendet. Damit waren die Treppchen-Chancen schon eingeschränkt und das nagt dann schon an den Nerven. Bereits zu diesem Zeitpunkt ging die Zeitanzeige nicht - ein Vorbote auf das was noch kommen sollte?

Als nächstes ging es zum Diskuswurf. Mit 52 Teilnehmern kein Vergnügen, bedeutete es doch nach jedem Wurf gut 40 Minuten Wartezeit bis zum nächsten Versuch. Irgendwie haben sich die Kampfgerichte dann doch noch überzeugen lassen, die zwei Gruppen hintereinander werfen zu lassen - schon mal ein kleiner Lichtblick, der beim Begutachten der Diskusanlage allerdings sofort wieder getrübt wurde. Dort erwartete die Athleten nämlich ein in die Wiese gestelltes Provisorium mit Holzboden! Michelles erster Wurf landete bei 33,79m. Damit konnte man gut leben und bei den nächsten Würfen in die Vollen gehen. Doch nun kam der glatt polierte Holzboden ins Spiel. Michelle rutschte weg und hatte Mühe im Ring zu bleiben, schaffte es nach einigen Drehungen aber dennoch den Ring normal zu verlassen. Mit geschätzen 1-2 Meter mehr als beim ersten Versuch ein guter Wurf. Aber weit gefehlt, der Wurf wurde ungültig gegeben, weil Michelle den Ring angeblich verlassen hat, bevor der Diskus am Boden war.... Die Diskussion mit dem Kampfrichter blieb natürlich erfolglos, eine von vielen fragwürdigen Kampfrichter-Entscheidungen an diesem Tag. Damit war die Motivation natürlich endgültig am Boden.

Mit dem Weitsprung als dritte Disziplin nahm das Pech dann weiter seinen Lauf. Einen superguten ersten Sprung aufs Brett gebracht, die weiße Fahne schon halb oben überlegt es sich der Kampfrichter noch mal und gibt den Sprung dann doch noch ungültig. Mit 4,61 Meter im zweiten Versuch, bei 2m Gegenwind, beendete Michelle diese Disziplin und das alles bei wolkenlosem Himmel und ohne Schatten, denn bis auf den Schreiberling hatte dort leider niemend einen Sonnenschirm.

Beim nachfolgenden 100m Lauf, der Zeitplan den es am nächsten Morgen dann doch noch gab schon lange beim Teufel, die nächsten Probleme. Die elektronische Zeitmessung ausgefallen? oder vielleicht doch nicht. Auf Nachfrage hieß es zwar... es wird elektronisch gemessen, aber was machten dann die Kampfrichter mit den Stoppuhren auf der Bahn? Irgendwann dann eine Durchsage, es wurde eine Ersatzanlage beschafft.... aber die Uhr ging immer noch nicht! Na ja, irgendwann fiel dann der Startschuß. Michelle kam sehr gut aus dem Block.... Fehlstart, irgend jemand hat gewackelt. Normal würde ich sagen heisst es hier noch mal aufstehen usw... aber nicht in Cottbus, da wird zwei mal geschossen. Nachfolgend eine schulmeisterliche Belehrung mit Verwarnung an alle, so viel Pech kann man doch eigentlich gar nicht vertragen. Der zweite Start lange nicht so gut und mit 13:40 Sekunden aus dem Rennen. Der dritte Platz war damit theoretisch zwar noch drin, aber es hätte beim Kugenstoßen doch 2m mehr auf die jetzt Drittplazierte erforderlich gemacht.

Mit dem Kugelstoßen, eine von Michelles Paradediszplinen, wurde der Blockwettkampf beendet. Die 2m mehr als Ziel vor Augen und noch voller Motivation ging es ans Werk. Aber die Rechnung wurde natürlich auch diesmal ohne den Cottbus-Chaos-Faktor gemacht. Bis jetzt konnte ja keine Disziplin ohne Widrigkeiten ausgeführt werden und warum sollte es also diesmal anders sein... war doch eigentlich klar. Ursprünglich sollte auf zwei Anlagen gleichzeitig gestoßen werden, doch da die zweite Anlage wieder aus einer provisorischen Holzbodenkonstruktion bestand, kam natürlich Protest, der dazu führte, dass nur auf einer Anlage gestoßen wurde. Michelle bekam die falsche Auskunft welche Gruppe nun zu erst dran war und war somit zu spät an der Anlage. Erst nach langen Diskussionen mit dem Kampfrichter und dem Schiedrichter, sowie sprachkräftiger Unterstützung aus dem Publikum, die natürlich auch schon alle chaosgenervt waren und die Angelegenheit mitbekommen haben, durfte sich Michelle dann doch noch vorbereiten. Es ist ja auch logisch..., dass die Gruppe, die den 100m Lauf als letztes beendet hat nun als erstes Kugelstoßen muß. Dass unter diesen Umständen keine gute Leistung mehr möglich war ist klar, irgendwann, sind auch die besten Nerven aufgebraucht. Mit 12,37m beendete Michelle diese Disziplin.

Das sie den 4. Platz unter diesen Umständen halten konnte und dazu auch noch eine neue persönliche Bestleistung nach Punkten erreicht hat, ist wirklich eine tolle Leistung!

Lea kam als Zweite an die Reihe. Um 9.20 Uhr sollte es bei Lea mit den Hürden losgehen. Obwohl der Lauf erst einige Zeit später stattfand, konnte sie ihre persönliche Bestmarke von 12,60s auf 12,43 steigern. Folglich ein sehr guter Auftakt in einen Tag der noch lang werden sollte.

Die nächste Disziplin war der Hochsprung, Leas Sorgendisziplin, die aber mit 1,44m durchaus zufriedenstellend absolviert wurde.

Kurz danach ging es zum Weitsprung. Lea lief an, traf das Brett gut und landete bei exakt 5 Metern, damit lag sie nur nur 4 Zentimeter unter ihrer persönlichen Bestleistung. Das Mannschaftsziel rückte immer näher.

Bei den darauf folgenden 100m musste sie wie schon bei den Hürden lange warten, bis sie endlich in den Startblock steigen konnte. Außerdem war die Laufzusammenstellung etwas unglücklich, da in ihrem Lauf keine schnellen Läuferinnen mit am Start waren, in einer Zeit von 12,77s, vier Hundertstel unter ihrer Spitzenleistung, ging es aus dem Rennen.

Zum Schluss stand noch das Speerwerfen auf dem Programm. Die Umstände in Cottbus verhinderten leider, dass sich die Athleten für die letzte Disziplin richtig warmmachen konnten. Lea und die anderen mußten sich mit zwei Probewürfen begnügen. Der erste Wurf war weit unter ihren Möglichkeiten und auch der zweite kam nicht annähernd an ihre Bestweite heran. Zum Glück konnte sie im dritten und letzten Versuch noch die Nerven bewahren und brachte den 600g Speer auf 29,03m. Das war zwar gute drei Meter von ihrer persönlichen Bestleistung entfernt, aber doch deutlich besser als die beiden vorherigen Versuche.

Lea lieferte damit einen durchaus ansehnlichen Wettkampf ab. Sie erreichte mit 2658 Punkten knapp ihre Bestmarke und legte damit einen wichtigen Meilenstein für die spätere Mannschaftswertung.

Sina durfte etwas später anfangen. So gegen Mittag ging es als erstes zum Hürdenlauf. Mit einer Zeit von 12,42 Sec. kam Sina hier nahe an ihre pers. Bestleistung heran. Damit schien ein guter Auftakt gelegt zu sein, der sich durch den weiteren Wettkampfverlauf auch bestätigen sollte. In der nächsten Disziplin, dem Weitsprung gelang ihr mit 5,08 Metern gleich mal eine neue Bestleistung und auch im 100m Sprint konnte sie mit 13.05 Sec. ihre bisherige Bestmarke knacken. Nach den ersten drei Disziplinen lag Sina damit nur mit 9 Punkten im Rückstand auf dem 1. Platz. Ein Treppchenplatz schien damit schon in sicherer Reichweite.

Beim Ballwurf wurde es spannend. (Mehr als 75m durfte man nicht werfen, sonst wäre es ungültig gewesen, weil der Ball sonst die Anlage verlassen hätte, wie die Kampfrichter sicherheitshalter vorher schon mal mitteilten!

Zum Glück haben das die Jungs, wenn auch nur knapp, auch nicht geschafft....). Sinas Wurf mit 54.5m, knapp an ihrer Bestleistung dran, brachte ihr in der Punkte-Liste nun einen kleinen Vorsprung von 14 Zählern und damit die Führung in der Punktewertung nach der 4. Disziplin.

Nun, hätten wir das jetzt mal alles vor dem abschließenden 2000m Lauf gewußt..... Wir hatten zwar unsere eigene Punkte-Rechnung dabei, aber was nützt das alles, wenn in Cottbus das blanke Chaos herrscht und noch nicht einmal vor dem 2000m Lauf, bzw. schon während des ganzen Tages die Ergebnisse für Sinas Block nicht bekanntgegeben werden. Sina absolvierte Ihren Lauf in 7:13,93. Ihre Rivalin von Platz 2 schaffte das in 6:55,50, was letztendlich 520, bzw. 558 Punkte bedeutete. Sina konnte sich damit nach einen super Wettkampf über den Deutschen Vizetitel freuen und erreichte mit 2776 Punkten ihre dritte Bestmarke in diesem Wettkampf welcher zudem noch um 100 Punkte über ihrer bisherigen Bestmarke lag.

Man kann nur spekulieren aber wenn wir die Ergebnisse, wie das normal üblich ist, vor dem abschließenden 2000m Lauf gewußt hätten, wäre doch das Ziel der jetzigen Siegerin nicht mehr als 60m Vorsprung zu geben vielleicht in greifbarer Nähe gewesen. Aber so hat der Cottbus-Faktor mal wieder besseres verhindert.

Paulina + Sophie konnten in Cottbus beide eine persönliche Bestleistung im Block S/S erreichen. In der bayerischen Bestenliste stehen die beiden nun mit Ihren 2583 Punkten (Sophie) und 2537 Punkten (Paulina) auf Platz 4 und 8. In Cottbus waren die Leistungen 13,36s auf die 100m und 12,13s für die 80H, sowie 4,83m im Weitsprung, 1,52 im Hochsprung und 21,79 beim Speerwerfen für Sofie. Paulina konnte mit 13,48s auf die 100m, 12,25s für die 80H, 4,57m im Weitsprung, 1,48m im Hochsprung und mit 24,10m im Speerwerfen punkten. Beide lieferten damit nach einem guten Wettkampf wichtige Zähler für den späteren Vizetitel in der Mannschaftswertung ab.

Die Mannschaft auf der vierten Position in der Meldeliste und mit dem klaren Ziel einen Treppchenplatz zu erreichen angereist wußte, dass das Rennen hier knapp werden wird. Nachdem dann auch noch die EDV in Cottbus ausgefallen war und nach "Hörensagen" alle Ergebnisse noch mal neu eingegeben werden mußten, was man natürlich auch an der sehr zögerlichen Bekanntgabe von Einzelergebnissen bemerkte, war es lange Zeit spannend, hätten wir da nicht unsere eigene Punkteverwaltung gehabt. So wußten wir es schon einige Zeit vor der offiziellen Siegerehrung, dass die Mannschaft den hervorragenden zweiten Platz erreicht hat. Die Freude konnte dann auch nicht mehr durch die tausenden von Lausitz-Mücken, die einen während der nächtlichen Siegerehrung quälten, getrübt werden.

Jede Kreismeisterschaft ist/war besser organisiert als das in Cottbus der Fall war. Im Innenraum gab es z.B. trotz wolkenlosem Himmel keinen einzigen Pavillion zum Schutz der Athleten, im Gegenteil, man hörte noch so haarstreubende Stories wie, dass es verboten war Wasserflaschen mit in den Innenraum zu nehmen. Schade denn die Athleten haben lange für diesen Event trainiert, da hätte man sich doch etwas besseres wünschen können. Das es auch anders geht haben die Vaterstettener mit den deutschen Mehrkampfmeisterschaften gezeigt, vielleicht mal eine Anregung darüber nachzudenken ob die Schülermeisterschaften nicht auch mal in Vaterstetten stattfinden könnten...

Aber nichts soll die Freude über das Erreichte trüben. Das habt ihr toll gemacht.

von Klaus Schneider

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